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Andreas Chovanec · IDF-Report 182 · 2023
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| Titel | Succession of the Odonate fauna at a small wetland in an overflow and seepage reservoir: results of a six-year study |
|---|---|
| Autor | Andreas Chovanec |
| Zeitschrift | International Dragonfly Fund – Report |
| Ausgabe | 182 |
| Veröffentlicht | 2023 |
| Seiten | 1–62 |
| ISSN | 1435-3393 |
| Herausgeber | International Dragonfly Fund e.V. |
| Sprache | Englisch |
In der vorliegenden Arbeit wird eine libellenkundliche Sukzessionsstudie präsentiert, die von 2016 bis 2021 durchgeführt wurde und sich somit über sechs Jahre erstreckte. Untersuchungsort war ein etwa 1.200 m2 großes grundwassergespeistes, permanentes und seichtes Feuchtgebiet in Maria Enzersdorf (Niederösterreich). Das Gewässer entstand unbeabsichtigt in einem Überlauf- und Versickerungsbecken, das im Jahr 2014 errichtet worden war. Da außer dem Autor niemand Zutritt in das umzäunte Areal hatte und daher auch keinerlei Maßnahmen in dem Becken umgesetzt wurden, konnten Sukzessionsvorgänge ungestört ablaufen. Hauptziel der Studie war die Dokumentation der Reaktion der Libellenfauna auf die sich rasch verändernden Habitatbedingungen, die sich insbesondere im vollständigen Zuwachsen des Feuchtgebietes durch hochwüchsige Helophyten äußerte. Die hohe Anzahl von Begehungen (236) ermöglichte detaillierte phänologische Analysen, Vergleiche der Anwesenheitsdauer der Arten am Standort mit den art-spezifischen Flugzeiten sowie Erhebungen der Emergenz- und Reifungszeiten. Die Arbeiten konzentrierten sich auf die Sichtung und Zählung frisch emergierter, juveniler und adulter Individuen sowie auf die Beobachtungen von Paarungsrändern, Tandems und Eiablagen. Exuvien, insbesondere von Anisoptera, wurden in den Jahren 2016 und 2017 gesammelt. In den Folgejahren wurde darauf verzichtet, um durch Betritt des dichten Röhrichts keine kleinräumigen Verjüngungsprozesse zu initiieren. Im Jahr 2016 war das Gewässer durch ein Mosaik von offenen Wasserflächen, aufschwimmenden submersen Makrophyten, Helophyten unterschiedlicher Höhe sowie offenen, spärlich und dicht bewachsenen Ufern geprägt. Ab dem Sommer 2018 war das Feuchtgebiet vollständig von hoch wachsenden Helophyten – Breitblättrigem Rohrkolben Typha latifolia, Zottigem Weidenröschen Epilobium hirsutum und Schilf Phragmites australis – überwuchert. Im Rahmen der gesamten Untersuchung erfolgte der Nachweis von 32 Libellenarten. Mit 27 war die Artenzahl im Jahr 2016 am höchsten. Mit 350 Exemplaren im Jahr 2016 (Summe der Individuen aus beiden Jahresgenerationen) war Ischnura pumilio die Zygopteren-Art mit der höchsten Abundanz, Sympetrum striolatum war ebenfalls im Jahr 2016 mit 150 Tieren die individuenreichste Anisopteren- Spezies. Orthetrum coerulescens war die einzige Art die das Feuchtgebiet erst besiedelte, als es vollkommen zugewachsen war. Die Datenlage lässt vermuten, dass Pyrrhosoma nymphula als einzige Art über die gesamte Untersuchungsdauer hinweg durch eine kleine bodenständige Population vertreten war. Die Libellenfauna reagierte auf vielfältige Weise auf die rasch, sich für die allermeisten Arten negativ entwickelnden Habitatfaktoren: Einbrüche der Individuenzahlen; Abnahme der Zahl reproduzierender Arten; Zunahme der Zahl von Arten, die ausschließlich durch Einzelnachweise belegt wurden; Abnahme der Dauer der Nachweisbarkeit am Gewässer verglichen mit den art-spezifischen Flugzeiten. Die zu Beginn der Studie bivoltin auftretenden Ischnura elegans und I. pumilio waren nur mehr durch die Frühjahrsgeneration vertreten. Bei mehreren Arten traten Veränderungen der Muster des Reproduktionsverhaltens auf. In diesem Zusammenhang werden Konfigurationen von Schlüsselreizen und das Reproduktionsverhalten limitierende Faktoren diskutiert. Schlagworte: Odonata, Niederösterreich, Feuchtgebiet, Populationsstruktur, Arteninventar, Abundanz, Fortpflanzungsverhalten, kurzfristige Veränderung des Arteninventars, Lebensraumbedingungen, Einfluss des Deckungsgrades von Helophyten
An unintentionally created, small, permanent, groundwater-fed, and shallow wetland in Lower Austria was subject of an odonatological study carried out from 2016 to 2021. The water body (size 1.200 m2) was situated in an overflow and seepage reservoir created in 2014. As nobody – apart from the author – had access into the fenced area and as, therefore, there were no measures carried out, successional processes ran totally undisturbed. Main target of the study was to examine the odonate community´s response to changing habitat conditions, in particular as far as the rapid development of helophyte stands is concerned. A high number of observation days (236) within the investigation period of six years allowed detailed phenological analyses, for example of emergence, maturation, and flight periods. Investigations were primarily focused on counting tenerals, juveniles, and adults and on recording pairing wheels, tandems, and egg depositions. Exuviae, predominantly of Anisopterans, were sampled in the years 2016 and 2017. In the subsequent years, sampling of exuviae was widely waived in order to prevent damage to the reed stands associated with a “rejuvenation“ of parts of the wetland and the unintentional creation of new small pioneer habitats. In 2016, the site could be characterised as a mosaic consisting of open water areas, open, sparsely and densely vegetated riparian areas, floating submerged macrophytes, and emergent amphibious vegetation of different heights. As of the summer 2018, the wetland was completely covered by the high-growing Broadleaf Cattail Typha latifolia, Great Hairy Willowherb Epilobium hirsutum, and reed Phragmites australis. Within the six years, a total of 32 species were recorded with the highest number (27) in 2016. Species with highest abundances were Ischnura pumilio with about 350 individuals in 2016 (sum of both generations), and Sympetrum striolatum with about 150 individuals also in 2016. Orthetrum coerulescens, in turn, was the only species colonising the site when completely covered by helophytes. Based on the findings of the study, it can be concluded, that Pyrrhosoma nymphula was the only species classified as permanently autochthonous in the period under scrutiny – even if only as a small population. The dragonfly community responded in various ways on changing, for most species deteriorating habitat conditions: decrease of the number of individuals and of the number of breeding species; increase of the species´ number recorded only by single records; decrease of the duration of the species´ presence at the site and, thus, reduction of the site-specific flight period compared with the species-specific flight period. In the third and fourth year of its appearance, the bivoltinous I. pumilio produced only the spring/early summer generation; the same occurred in Ischnura elegans in its second and third year. In several species changes in the reproductive behaviour were observed. In this connection, key stimuli inducing and factors limiting pairing and egg deposition behaviour are discussed.
Odonata, Lower Austria, wetland, population structure, species inventory, abundance, reproductive behaviour, short-term change, species turn-over, habitat conditions, helophyte canopy
Andreas Chovanec (2023): Succession of the Odonate fauna at a small wetland in an overflow and seepage reservoir: results of a six-year study. International Dragonfly Fund – Report 182: 1–62.
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